Montag, 24. September 2012

Tag 6: Wo und wann Schreiberling umgeht

Wo schreibst du am liebsten? Zu welcher Tageszeit? Computer oder traditionelles Schreibzeug?

Endlich, endlich mal eine einfache Frage! *vor Erleichterung auf die Knie fall*


Ich bin absolute Heimschreiberin. Wenn ich irgendwo zu Besuch bin, gibt es viel zu viele Dinge, die mich ablenken. Dasselbe in Bus, Bahn oder Auto. Da schaue ich lieber aus dem Fenster und höre dabei Musik, als wirklich etwas zustande zu bringen. Gesellschaft kann ich beim Schreiben auch nicht ab. Ich brauche meine Ruhe, damit ich meine Gedanken ordnen kann - ich komme sowieso kaum hinter ihnen hinterher, da kann ich nicht auch noch jemanden gebrauchen, der mir über die Schulter guckt, zumal ich dann immer furchtbar nervös werde und nicht mehr schreiben kann, weil mein innerer Perfektionist dann ankommt und mir sagt, dass alles, was ich schreibe, ohnehin nur Schund ist und das derjenige, der mir zuschaut, auf gar keinen Fall zu lesen bekommen darf, weil das ja peinlich ist und so. Und ich habe gerade allen Ernstes einen Satz über sechs Zeilen geschrieben. Schlangensatz-Rekord!

Früher habe ich ausschließlich auf Papier, am liebsten in Form eines Heftes mit mittelgroßer Lineatur, geschrieben. Das lag aber eigentlich nur daran, dass ich damals noch keinen eigenen Computer hatte, sondern meine Familie über einen Gemeinschafts-PC verfügte und dieser im Wohnzimmer stand. Wie gesagt, ich kann absolut nicht schreiben, wenn jemand dabei ist und mir zusieht, deswegen blieb wirklich nur noch das Papier.
Als ich dann einen eigenen Computer bekam, wechselte ich fast sofort dorthin. Bewaffnet mit Word und einem Adlersuchsystem, schrieb ich meine Geschichten. Anfangs wahnsinnig lahm, aber dann gewöhnte ich mir eine Art Acht-Finger-irgendwas-System an, und es ging auf einmal total flugs. Endlich kam ich meinen Gedanken hinterher, hallelujah!
Bis heute bin ich dem Computer treu geblieben. Und obwohl ich ein Laptop besitze, schreibe ich immer noch am liebsten auf meinem alten Fest-PC. Ich bin das so gewohnt, und verdammt, wenn ich eines bin, dann ein Gewohnheitsmensch.

Die Tageszeit ist eigentlich schnuppe, wenn mich die Muse überfällt. Meistens passiert dies aber nachts. Und im Herbst. Wobei der NaNo da wohl nicht ganz unschuldig ist. Aber der Hauptgrund ist, dass ich im Frühling/Sommer lieber draußen unterwegs bin und dementsprechend keinen Kopf fürs Schreiben habe.