Montag, 24. September 2012

Tag 3: Comment tu t'appelles ?

Und wo ich schon mal dabei bin, schiebe ich auch gleich den dritten Tag hinterher. Viel Spaß beim Lesen! =)

Wie kommst du auf Namen für Figuren (und für Orte, wenn du über fiktive Orte schreibst)?

Das ist ganz unterschiedlich. Für Projekte, die stark an unsere Welt und Historie angelehnt sind, wie z.B. die Göttertöter oder Rebellion, benutze ich meist Namenslisten aus der entsprechenden Zeit und dem Kulturkreis. So tragen die Göttertöter so klangvolle Namen wie Jördis Solbrittdottir (was freilich nicht historisch korrekt ist, da sich in der isländischen Kultur der Nachname immer aus dem Namen des Vaters plus dem entsprechenden Anhang, -son für einen Sohn und -dottir für eine Tochter, zusammensetzt) oder Birger Thormodsson. Bei Rebellion finden sich hingegen Namen aus allen möglichen Kulturkreisen, wobei ich bevorzugt auf zeitgenössische amerikanische Namen wie Alexis oder Jordan zurückgegriffen habe. Und bei meinem Finnland-Mystery-irgendwas-Thriller, der momentan noch als Plotküken im Brutkasten sitzt, kamen eben klassisch finnische Vornamen wie Kaisa oder Mika vor.

Bei den rein phantastischen Welten, oder, in meinem Fall, der Welt, denn ich habe nur eine - Elasia - gehe ich freilich ein wenig anders zu Werke. Da kann ich nicht einfach meine Jugendsünden wie Kathleen oder Mandy neben so ausgefallene *hust* Namen wie Chira oder Phaistia stellen. Erst recht nicht, wenn sie dann in Städten namens Midata Oram, Carolith oder Islizad wohnen. Das passt einfach nicht zusammen. Also experimentiere ich ein bisschen mit Silben herum, suche mir Namenslisten und "verschandele" ein paar real existierende Namen, oder ich bemühe einen dieser tollen Namensgeneratoren und schaue, was sich aus den Ergebnissen so Hübsches machen lässt. Die meisten Namen schüttele ich mir aber trotzdem aus dem Ärmel - wie bereits in vorigen Postings erwähnt, stellen sich viele meiner Charaktere gleich mit Foto, Name und Anschrift bei mir vor (na gut, vielleicht nicht unbedingt mit Anschrift ;)).

Ein No-Go ist für mich jedoch in allen Fällen diese furchtbare Angewohnheit vieler Autoren, die Namen der Protas nach ihrer Bedeutung auszusuchen. Das ist mir dann doch too much. Ich meine, unsere Eltern wussten doch vorher auch nicht, wie wir mal irgendwann vom Charakter oder Aussehen her sein würden, oder? (es sei denn, es handelt sich um Hellseher, dann ist das natürlich was anderes ;D).

Orte... tja, da muss ich zugeben, dass ich da ziemlich random zu Werke gehe. Gleiches Prinzip wie bei den phantastischen Namen: Ich puzzele mir was Schönes aus Silben und Generatorenergebnissen zusammen. Natürlich nicht in realem Setting; da versuche ich schon, authentisch zu bleiben. Sprich, ich passe die Namen fiktiver Dörfer an die der real existierenden an. Gibt es in der Umgebung Orte namens, was weiß ich, Chocolate und Vanilla, dann packe ich eben ein Strawberry daneben.