Donnerstag, 16. August 2012

Rezension: Remember Me

"Remember Me" - das ist ein Film aus dem Jahre 2010 mit Robert Pattinson und Emilie de Ravin in den Hauptrollen. Es handelt sich dabei um ein Drama mit romantischen Elementen - jedenfalls behauptet das die Wikipedia. Ich selbst finde man sollte es eher ein Lovedrama nennen. Und ja, ich weiß, dass es diesen Begriff nicht gibt, aber hey, es ist mein Blog, da darf ich es nennen, wie ich will, und wenn ich "Herrmann" dazu sagen will, dann mach ich das einfach :P

Ich bin albern? Nun, "albern" ist ein gutes Stichwort, denn damit beginnt die Liebesgeschichte zwischen Tyler (Robert Pattinson) und Ally (Emilie de Ravin).

Der junge Tyler wird von dem Polizisten Neil Craig festgenommen, nachdem er sich nach einer Straßenschlägerei dafür eingesetzt hat, dass zwei unschuldig festgesetzte Männer gehen gelassen werden. Kurz darauf findet er mithilfe seines Mitbewohners Aiden heraus, dass eine ihrer gemeinsamen Mitstudentinnen die Tochter Neils ist. Als Racheplan überredet er Tyler, das Mädchen anzusprechen und sie später fallenzulassen.


So fängt er an, einer der besten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Es geht weiter mit Drama, Drama und noch mehr Drama. Klingt langweilig? Ist es nicht. Das hat man dem organischen und intensiven Zusammenspiel der Darsteller zu verdanken.

Normalerweise bin ich ja kein großer Fan von Robert Pattinson. Aber in der Rolle des Tyler geht er regelrecht auf. Er spielt absolut authentisch, und, oh Wunder, oh Wunder, er wirkt sogar sympathisch. Keine Spur vom Twilight-Geschmalze. Oder, vielleicht doch, eine kleine Prise, aber die ist so eingearbeitet, dass sie überhaupt nicht stört. Die Form: die Briefe, die er an seinen toten (Anm.: Er hat sich selbst erhängt) Bruder Michael schreibt, und die schmachtenden Blicke, mit denen er Ally ab und an einmal bedenkt.

Emilie de Ravin als weiblicher Gegenpart gefällt mir tausendmal besser als Kristen Stewart. (entschuldigt, dass ich permanent mit Twilight vergleiche, eigentlich entwürdigt das Remember Me, aber es ist nun einmal der populärste Film mit Pattinson.) Ich habe sie noch relativ gut aus der Serie "Lost" und dem Film "The Hills Have Eyes" in Erinnerung. Ihre Rolle ist die vielleicht schwierigste im ganzen Film, muss sie doch eine junge Frau darstellen, die, obwohl sie im zarten Alter von 11 Jahren dabei zusehen musste, wie ihre Mutter in der U-Bahn erschossen wurde, einen starken Charakter hat, der allzu oft von ihrem vom Kontrollwahn besessenen Vater unterdrückt wird. Ich finde, sie hat regelrecht brilliert, und selbst so etwas Entwürdigendes wie eine Kotzszene bringt sie authentisch herüber.

Die anderen Schauspieler sind auch nicht schlecht, aber sie treten ziemlichin den Hintergrund, weil sich das Gros der Handlung auf Tyler und Ally fokussiert. Nennenswert: Pierce Brosnan als Tylers Vater, der seine Kinder vernachlässigt.

Auch wenn es so geklungen haben mag, sind die Schauspieler natürlich nicht der einzige Grund, weswegen ich den Film gut finde. Auch die Story gefiel mir gut. Ihr meint, sie klingt wie ein 08/15-Liebes-Familien-dingsda-Drama? Dann liegt ihr falsch, jedenfalls meiner Meinung nach. Klar, die Geschichte könnte aus jedem x-beliebigen Leben gegriffen worden sein. Aber gerade das macht die Authentizität des Films aus: Das hätte jedem von uns passieren können. Auch außerhalb der USA.

Solche Filme finde ich persönlich immer sehr aufwühlend. Wer hat sich nicht schon einmal in jemanden verliebt, obwohl er das gar nicht so vorhatte? (Ausnahmen bestätigen die Regel!) Wer hat als junger Erwachsener nicht gegen die Zwänge rebelliert, welche einem von den Eltern auferlegt wurden? Wer kennt nicht das Gefühl, sich rächen zu wollen an jemandem, der ihm Unrecht getan hat? Ich kenne das alles nur zu gut, und deswegen hat "Remember Me" mich berührt, und nicht nur oberflächlich. Ganz besonders aufrührend: Das Ende. Ich gebe zu, fast geheult zu haben. Es kam überraschend. Es war emotional, aber nicht kitschig. Und das schreckliche Ereignis, mit dem es verknüpft ist, ist mir noch so verdammt gegenwärtig. Ich hatte regelrecht Gänsehaut, und all die alten Bilder tauchten wieder vor meinen Augen auf. Klar, das wurde eingearbeitet, um genau das hervorzurufen. Es ist ein Stilmittel. Trotzdem. Mir hat es gefallen, und es ist außerdem nicht abwegig, dass ein junger Mann wie Tyler tatsächlich davon betroffen war.

"Was auch immer du im Leben tust, wird unbedeutend bleiben, aber es ist wichtig, dass du es tust, da es niemand sonst tun wird." Sehr wahr, und damit schließe ich diese Rezension mit dem Satz ab, mit dem auch der Film endete und der wohl mein persönliches Motto werden wird.

5/5 Sternen.